Julia Hoch



Im Turm.
 

Im Turm.

Hoch, Julia: Im Turm. In: Mediathek der Literarischen Gesellschaft Bochum. Bochum: 2021. Gelesen von Yvonne Forster. Preiswürdiger Text im Rahmen des Literaturwettbewerbs "Kleine Freiheiten - große Freiheit" der Literarischen Gesellschaft Bochum.

http://www.literarische-gesellschaft-bochum.de (abgerufen am 09.02.21)


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Direktlink zum Video der Preisverleihung - Laudation durch Dr. R. Glitza auf "Im Turm" ab 53:32

Debütroman.
 

Debüt.

Der Roman wird im Ulrike Helmer Verlag erscheinen.

Hilde und Lore Brüggemann lesen in der Zeitung vom drohenden Abriss ihrer Kneipe, die sie zwei Jahrzehnte zuvor schließen mussten, weil ein Unfall sie in den Ruhestand zwang. Sie kehren zurück zum Lindenstübchen, wo sie den Großteil ihres Lebens verbracht haben und erkennen, dass sie nicht nur ihre eigenen Wurzeln, sondern das kollektive Gedächtnis dieses Ortes retten wollen. Ihre Suche nach Informationen und Verantwortlichen wird durch Hildes Behinderung und Lores Sprechunwilligkeit erschwert. Sie bringen jemanden unter die Erde, streicheln Hochlandrinder im Amtsgebäude, verursachen einen tosenden Massenauflauf und finden einen alten Kaugummiautomaten. Stets im Kampf gegen die Zeit, gegen Machtgefüge und gegen Diskriminierung.


Ulrike Helmer Verlag

Erzähltes.
Belebtes.
Verfasstes.
Geschriebenes.
In Länge und Kürze.

Systeme.
 

Systeme.

Hoch, Julia: Systeme. In: Matthias Jügler [Hrsg.]: Von Staub und Sternen. Jahresanthologie der Textmanufaktur 2019/2020. Fischerhude: Textmanufaktur Verlag 2021.

Eine Angestellte bahnt sich hoffnungsvoll ihren Weg durch divergierende Räume des Bürogebäudes.

https://www.text-manufaktur.de

 

Sonnenstand und Schattenlänge.

Hoch, Julia: Sonnenstand und Schattenlänge. Auf: Literarische Gesellschaft Bochum — Mediathek. Bochum: 2020.

Eine Spiegelung des Gedichts „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin in Prosaform.

Hörfassung: http://www.literarische-gesellschaft-bochum.de (abgerufen am 12.01.21).

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Schwarze, nackte Rippen strecken sich in den Himmel. Als wäre hier einst ein Wal auf dem Rücken liegend verendet. Ein offener Brustkorb, in ihm brummte einst das Leben, fand Wachstum statt, in jeder einzelnen Zelle. Es pochte das Herz. Silbrig reflektieren die Holzschuppen. Es knackt.

Aus: Im gierigen Rausch von orangefarbenem Rot.
Auf: https://www.zugetextet.com/?p=6481

Von Punkt zu Punkt.
 

Von Punkt zu Punkt.

Hoch, Julia: Von Punkt zu Punkt. In: Thiede, Lina/Pfeifer, Julia [Hrsg.]: Handjob. Das Literaturblatt. Ausgabe 02. Mai 2020.

Eine alleinerziehende Mutter kämpft sich durch ihren Alltag.

https://www.instagram.com/handjob_literatur/

Teichoskopie.
 

Teichoskopie.

Hoch, Julia: Teichoskopie. In: Welik, Jakob [Hrsg.]: Die 50+ schönsten Stadtgeschichten. Norderstedt: BoD 2020.

Am Rande einer Großstadt im Ruhrgebiet: Teich, Tiere, Töne. Natur reibt an künstlichen Strukturen.

https://www.bod.de/

Julia Hoch author
 

Wie das Leben verläuft. In Kürze.

  • Jahrgang 1982, geboren in Solingen.
  • Leben und Arbeit in Bochum. Ehemann und zwei Söhne.
  • Mehrere Veröffentlichungen in Anthologien, auf Literaturplattformen und in Literaturblatt.
  • Gegenwartsliterarisches Romanprojekt fertiggestellt.
  • Zweites Romanprojekt, episodischer Erzählband sowie unterschiedliche Kurzprosatexte in Arbeit.
  • B.A. Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Literaturwissenschaften und Nebenfach Philosophie in Hagen.
  • Aktuell Masterstudium Neuere deutsche Literatur in Hagen.
  • Abgeschlossenes Fernstudium Prosaschreiben bei der Textmanufaktur.
  • Studium der Asienwissenschaften in Bonn sowie der Germanistik und Biologie in Dortmund. So einige Semester. Auf den Zielgeraden woanders hingeschaut und abgebogen.
  • In den frühen Nullerjahren Abschluss als Verlagskauffrau. Schreibambitionen in der Nachwuchsredaktion eines Tageszeitungsverlags.

Im Rachen kratzt und sticht es. Wie gestern. Leise ins Badezimmer schleichen, ein paar Minuten duschen, Zähne putzen, anziehen, Jacke, Schuhe, Schlüssel. Raus.

Aus: Von Punkt zu Punkt.
In: Handjob. Das Literaturblatt.

Im gierigen Rausch von orangefarbenem Rot.
 

Im gierigen Rausch von orangefarbenem Rot.

Hoch, Julia: Im gierigen Rausch von orangefarbenem Rot. Auf: Stonet, Walther et al. [Hrsg.]: Online-Blog von zugetextet.com. Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur. Metzingen 2019.

Gegenwärtiges und kürzlich Geschehenes schieben sich ineinander, verschränken sich alternierend und gegensätzlich.

https://www.zugetextet.com/

Julia Hoch
 

Ein kranker Kompass und chronischer Schnupfen.

Das Schreiben kam retour. Wie ein chronischer Schnupfen, schlüpfte diese Kunst immer wieder zurück in meinen Kopf. Wahrnehmen, um zu erzählen, zu schreiben. Wie ein Kompass, der die Nadel beharrlich in die eine Richtung zurückzwingt. Über viele Jahre hinweg schlug ich andere Wege ein. Der Kompass musste kaputt sein, krank. Autorin war doch schließlich kein Beruf. Suche dir gefälligst was Bodenständiges. Kaufmännisch ist solide oder Lehramt! Der Schnupfen kroch empor, der Kompass blieb stur. Die Richtung wies erneut zum Horizont, zum einsamen, zerklüfteten Eiland der Schriftstellerei.

Während meiner zweiten Schwangerschaft fiel ich durchs System. Ein Wendepunkt. Schon wieder. Die Lehramtsstudiengänge wurden umgestellt. Einen dicker werdenden Bauch schob ich voran, und ein zuckersüßes, aber sehr lebhaftes Kleinkind hielt ich an der Hand. In einem frischen Neubau mit überbrückenden Provisorien innen wie außen und ohne finanziellen Spielraum, denn alles steckte jetzt in unserem taubenblauen Haus. Dieses Studium sei jetzt abzuschließen. Jetzt. Oder umschreiben zu lassen. Jetzt. Mit starken Abstrichen sei jedoch zu rechnen. So sei es halt. Jetzt. Oder nie.
In dieser Situation hieß die Devise: vielleicht ein andermal. Oder nie. Exmatrikulation. Tschüss Festland. Der Kompass wies zur Insel.

Nach einer unerwartet komplizierten Geburt war ich erstmal froh über den Raum. Es folgten viele Wochen des Aufrappelns und Aufpäppelns, des Aufziehens der Zeit mit zwei schlaflosen Zwergen.
So konnte es nicht aber bleiben. Mein Kopf brauchte Input, Futter, Feuer.
Ich grübelte. Überlegte. Kippte den Kompass hin und her. Immer noch der gleiche Kurs. Jetzt oder nie?
In dieser Situation hieß die Devise: Jetzt! Ja, Studium Nummer drei. So sei es.
Ich packte es also tatsächlich an, Kindheitskritzeleien von Geschichten und Verdichtungen, Basteleien von Büchern und Heftchen zu einem Beruf zu entwickeln. Ich suchte das Wissen direkt in der Tiefe, nicht von obenan. Hinein in Kultur und Literatur. In Wissenschaft. Hinein, ganz tief. Um zum Eiland zu kommen.


Ein Stück.
Der Vorhang, seiden, fein und feucht, zieht nach oben weg.
Urbanes Rauschen, Rumpeln, Scheuern unterlegen den einsetzenden letzten Akt des Tages.
Das Bühnenbild: ein spiegelnder Teich, überspannt mit ausgreifenden, organischen Fasern an der Traverse, Auslaufen ins Nichts.

Aus: Teichoskopie. In: Die 50+ schönsten Stadtgeschichten.




Julia Hoch instagram

Sie schwankt von links nach rechts in oszillierender Struktur. Seufzt. Schüttelt den Kopf. Mit verschränkten Armen. Finger trommeln stumpf auf den Ärmeln. Ohne Takt. Eine Suche nach orientierender Orchestrierung.

Aus: Fliegen fallen. In: Zerschlagen.

Fliegen fallen.
 

Fliegen fallen.

Hoch, Julia: Fliegen fallen. In: Hohmann-Vierheller, Victoria [Hrsg.]: Zerschlagen. Berlin: VHV-Verlag 2018. S. 59-61.

https://vhv-verlag.de/

Hörfassung: https://www.youtube.com/

Die Kommunikation eines Paares zerschlägt sich abwechselnd, auslaufend, ausbrennend. Die Beziehung zerfällt, untermalt von erbärmlichem Gebrumme.

„Besonders gefallen hat mir Julia Hoch mit 'Fliegen fallen' mit ihrer klaren, distanzierten Schreibweise“, schrieb Creoya auf der Bewertungsseite der Anthologie „Zerschlagen“ bei Lovelybooks.

Weitere Rezensionen und Meinungen gibt es bei Lovelybooks:
https://www.lovelybooks.de/

Sie drückt die Klinke herunter.
   Der Raum ist schmal, einen Meter vielleicht. Der Raum ist leer, Interieur fehlt. Der Raum ist lang, vielleicht zehn Meter. Doch dieser Raum ist nicht außen, nicht innen, er ist eine Schwelle. Ein Übergang in ein anderes Gebäude, eine umbaute Brücke, ein schwebender Tunnel. Durch die Fenster sind rechts und links weitere Brücken zu sehen. Hinter den spiegelnden Scheiben scheinen sich Personen zu bewegen. Doch sie sind nicht lange fixierbar, ihre Silhouetten entschwinden in der nächsten Sekunde aus der Sicht, als wären sie niemals dort gewesen. Erscheinen dann an anderer Stelle und verschwinden im Nu.

Aus: Systeme.
In: Matthias Jügler [Hrsg.]: Von Staub und Sternen. Jahresanthologie der Textmanufaktur 2019/2020. Fischerhude: Textmanufaktur Verlag 2021.

↞ Schriftstellerin zeitgenössischer Literatur | Lehrende literarischen Schreibens | Lektorin | Herausgerberin eines Literaturmagazins ↠